Scharlachrot – Auch böses Blut ist rot | PART 49

Scharlachrot
– Auch böses Blut ist rot –

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  • PART 49 | Aus dem Feenreich

Auch wenn ich es mir niemals hätte ausmalen können, so hatte sich die Situation doch ganz plötzlich noch mehr zugespitzt, als sie es sowieso schon gewesen war. Reed war hilflos an die Wand gefesselt, Marc ohne Munition inmitten von unzähligen Guhlen, Granny’s Macht war erschöpft und Chloe immer noch im Feenzauber eingesperrt. Und zu allem Überfluss war Akephalos nun auch noch vom Erdboden verschluckt, was einfach nichts Gutes bedeuten konnte. Ich musste nun etwas unternehmen. Bisher konnte ich immer auf einen von ihnen zählen, doch nun brauchten sie mich. Und ich würde sie ganz bestimmt nicht enttäuschen! Ich spürte wie sich meine Fäuste ballten und mehr Adrenalin meinen Körper durchzog. Ich hatte nicht wirklich großartig einen Plan oder ähnliches, es war eher eine Kurzschlussreaktion. Ich sah die Menschen die mir wichtig waren in Gefahr und handelte, bevor ich überhaupt wirklich nachdenken konnte. Und so fand ich mich im nächsten Moment auf Marc und die Guhle zu rennend wieder. Dieser blickte mich verdutzt an, was die Guhle natürlich sofort bemerkten und einige dazu veranlasste, sich zu mir um zu drehen. Ich sprang, wieder ohne zweimal zu überlegen, auf den Rücken eines dieser Monster, dass sich noch nicht umgedreht hatte und begann wie wild auf seinen Kopf ein zu prügeln. Ich klammerte mich an den Rücken dieser Bestie im verzweifelten Versuch sie irgendwie überwältigen zu können, wohl wissend, dass ihre schiere Kraft die meinige um ein Vielfaches überstieg. Ich hatte allerdings nicht bedacht, dass das Überraschungsmoment auf meiner Seite war, trotz der Reaktion von Marc. Mein spontanes Eingreifen musste diese hirnlosen Ungetüme überrascht haben und das so sehr, dass Marc einige Sekunden gewann, die er im Handumdrehen zu seinem Vorteil nutzte. Ein gekonnter Kick aus der Drehung heraus gegen den Kopf eines nicht vorbereiteten Guhls erzeugte ein ekelhaft knackendes Geräusch und bog den Schädel der Bestie ungesund weit nach hinten. Zum Glück hatten Guhle bei all ihrer Kraft eine Schwachstelle: Ihren Schädel. Sofort kippte Marcs Ziel hilflos zuckend um und starb. Mein Eingreifen ermöglichte es uns den Erstschlag zu tätigen, was eventuell genug war, um eine echte Chance in diesem Kampf zu haben.

Chloe sah verdutzt auf die Stelle, wo eben noch der Rest der Gruppe gestanden hatte. Mein Kuss hatte sie genug abgelenkt, um den darauf folgenden Schubser nicht kommen zu sehen. Sofort sprang sie auf und lief an die Wand, die das Ende dieses Ganges bildete. Natürlich war dort keine Tür, kein Hebel oder Schalter, kein einziger Anhaltspunkt, der sie eventuell hier raus bringen würde. Sie tastete hastig eine große Fläche der Mauer ab doch musste sich dann selbst eingestehen, was sie schon wusste. Es gab keinen Ausgang ohne Feenmagie, derer sie natürlich nicht mächtig war. Doch nun war keine Zeit für Schmollen, denn die Erde zitterte erneut unter ihren Füßen. Das konnte nur eins bedeuten: Der Rest der Gruppe musste den Kampf mit Akephalos begonnen haben, während sie hier tatenlos vor einer alten Steinwand rumstand. Chloe überlegte einen Moment, drehte dann im Stand um und rannte zurück zum Wohnzimmer. Wenn sie schon nicht raus konnte, gab es vielleicht wenigstens irgendwas, was sie mit den ganzen Büchern in Granny’s Versteck anfangen konnte, um zu helfen. Wie schwer kann Feenmagie schon sein, wenn man einfach die Gebrauchsanleitung liest? Dachte sie und schlug die hölzerne Tür zum Wohnzimmer auf. Bei dieser Schlussfolgerung kam ihr allerdings unweigerlich das letzte Mal in den Sinn, als sie die Aushilfsfee gegeben hatte… Und das war nicht gerade gut geendet. Ein gigantischer Schutzgolem hatte uns angegriffen. Chloe schluckte als sie die Vielzahl an Bücher sah, die sie da vor sich hatte. Sie wusste nicht mal genau, was sie eigentlich suchte. Einen Schutzzauber? So etwas wie einen… Angriff aus sicherer Entfernung? Ein… Portal, vielleicht? Chloes Gedanken überschlugen sich. Als die leeren Teetassen neben ihr erneut unter dem Beben des Bodens zu klirren begannen, wusste sie, dass ihr die Zeit ausging. Sie musste irgendwas unternehmen. Hastig blätterte sie durch alte Bücher, die sie wahllos aus den Regalen genommen hatte. Sie las die Einbände, ja sogar die Seiten, nicht einmal richtig – sie überflog sie nur. Ihre Augen sprangen von Zeile zu Zeile, Seite zu Seite, Buch zu Buch auf der Suche nach einem griffigen Stichwort. Der Boden zitterte erneut ruckartig und kräftig, was den Deckel der Milchkanne auf dem kleinen Kaffeetischchen neben ihr so sehr ins Wanken brachte, dass er zu Boden fiel. Nun unbedeckt, schwappte Milch aus der Kanne. Als Chloe das sah, wusste sie, was zu tun war.

Wir hatten gerade die letzten paar Guhle vor uns, als Granny plötzlich wieder zu Kräften kam. Gerade rechtzeitig, denn ihre Kraft würde schon bald benötigt werden. Wie ein Dirigent wirbelte sie mit den Händen durch die Luft und ließ zwei Guhle aneinander prallen, als wären sie Spielzeug. G-Granny…? Presste ich unter angestrengtem Schnaufen hervor und wischte mir ein wenig Blut von einigen Schürfwunden im Gesicht. Unser Kampf mit der schier endlosen Horde an Guhlen hatte mich ganz schön mitgenommen. Granny grinste und schüttelte den Kopf. Nein, Chloe. Sie hat Kontakt zu mir aufgenommen und speist meine Energie direkt aus dem Feenreich! Nur wenige Sekunden nach diesem Satz schnipste sie mit den Fingern, um den Kopf eines von mir unbemerkten, sich anpirschenden Guhls eine hundertachtzig Grad Drehung vollführen zu lassen. Erneut knackte es ekelerregend und die Bestie sackte regungslos zusammen. Ich konnte nicht anders als zu Lächeln. Granny blickte zu Reed hinüber, und machte eine angestrengte Bewegung mit beiden Händen. Erneut hätte ich schwören können, ein blass-pinkes Licht um sie herum wahrnehmen zu können. Ihr Gesichtsausdruck zeugte von purer Konzentration. Nach einigen Momenten plumpste Reed von der Wand und begann sofort zu würgen und zu husten. Gerade als ich dachte, dass wir nun eine echte Chance haben könnten, hörte ich erneut dieses Lachen in meinen Ohren…

To be continued

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Hier geht es zu Part 50: *Kommt noch!* : )

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